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Musikwirkung beim Einkaufen

Wissenschaftlich erforschte Einflüsse von Musik auf den Konsumenten.

 

Musik in Geschaeften Umfrage 2017

Ob Zuhause aus der Stereo-Anlage oder dem Headset des Handys oder auf dem Weg zur Arbeit aus dem Auto-Radio: Musik hören wir jeden Tag. Im Alltag treffen wir sie überall an. Aber warum? Warum hören wir Musik beinahe wo wir gehen oder stehen?

Weil Musik uns beeinflusst. Weil Musik auf uns einwirkt. Deshalb gibt es auch im Kaufhaus, im Restaurant oder beim Sport Hintergrundmusik. Aber welche Einflüsse auf Kunden – ganz konkret – sind als Musikwirkung tatsächlich nachweisbar?

Im Folgenden lassen wir einige Studienergebnisse zur Wirkung von Musik auf das Verhalten von Konsumenten etwas Licht auf dieses Thema werfen.

Musik wirkt auf das Kaufverhalten

Bei hoher Besucherdichte kann schnellere Musik den Umsatz steigern.

Die negativen Auswirkungen, die eine hohe Besucherdichte in Läden auf die Kaufbereitschaft der Käufer ausübt, kann durch ein schnelleres Tempo der Instore-Musik im Laden gemildert werden.

Die Studienergebnisse in Kurzform:

  • Es konnte festgestellt werden, dass In-Store-Musik die negativen Auswirkungen einer hohen Kundendichte in Geschäften mildert.
  • Die Ergebnisse basieren auf einer Feldstudie mit über 43.000 Warenkörben.
  • Es konnte festgestellt werden, dass die Kundenausgaben um so geringer wurden, je höher die Kundenanzahl im Laden war.
  • Der negative Einfluss der Käuferdichte auf die Ausgabebereitschaft der Kunden wurde durch ein schnelleres Tempo der Musik im Laden gemildert.
  • Schnellere Musik hat die Ausgaben der Kunden bei hoher Kundenanzahl im Laden stark erhöht.
  • Der Anstieg des Warenkorbwertes wurde von Kunden getrieben, die mehr Artikel kauften, nicht aber teurere.

Quelle

Bei geringer Besucherdichte kann langsame Musik den Umsatz steigern

Ergebnisse zeigen, dass sowohl das Tempo als auch das Tongeschlecht der Hintergrundmusik einen Einfluss auf den Umsatz in den getesteten Warenhäusern ausüben. Langsame Musik bei geringer Kundendichte führt zu einem höheren Umsatz als schnelle Musik, wobei langsame Musik in Moll nochmals besser abschneidet als langsame Musik in Dur. Die Umsatzunterschiede betragen bis zu 5%, variieren jedoch über die verschiedenen Abteilungen. Offenbar lassen sich Kunden durch langsame Musik in Moll beruhigen. Durch die wohltuende Atmosphäre „schalten sie einen Gang zurück“, verweilen unbewusst länger im Laden und tätigen mehr Einkäufe.

Quelle

Musik und Düfte im Laden beeinflussen das Einkaufsverhalten und die Kundenzufriedenheit.

Die Ergebnisse zeigen, dass die Lautstärke der Musik und das Vorhandensein eines Vanillearomas einen signifikanten Einfluss auf die Emotionen und die Zufriedenheit der Kunden haben.

Zusätzliche Analysen zeigen außerdem, dass die durch Musik und Aroma hervorgerufene Stimmungsaufhellung zu einem erhöhten Wohlfühleffekt führt, was sich wiederum positiv auf das Einkaufsverhalten der Kunden auswirkt. Das betrifft sowohl die Zeit- und Geldausgaben, als auch das Annäherungsverhalten und die Zufriedenheit mit dem Einkaufserlebnis.

Direkte Auswirkungen der hervorgerufenen Stimmungsaufhellung auf das Verhalten sowie ein Interaktionseffekt zwischen Musik und Aroma auf den Wohlfühleffekt und die Verweildauer im Laden sind ebenfalls feststellbar.

Quelle

Wenn Musik und Duft zusammen passen, kaufen Kunden spontaner.

Forscher an der New York Universität konnten zeigen, dass sich Düfte und Musik, die zusammenpassen, Kunden dazu anregen die Umgebung deutlich positiver wahrzunehmen. Kunden halten sich länger in dem Bereich auf indem es angenehm duftet und passende Musik gespielt wird. In diesen Bereichen neigen Kunden zudem öfter zu Impulskäufen. Die Kunden-Zufriedenheit war in diesen Bereichen höher als in Umgebungen, in denen Musik und Düfte nicht zusammenpassten. Ort der Feldstudie war ein Geschenkeladen. Ergebnisse waren: Beruhigende Lavendeldüfte zeigten die beste Wirkung mit der Entspannungs-CD aus der Serie „Tune Your BrainTM“ von Elizabeth Miles, belebende Grapefruit-Düfte harmonierten mit energischer Musik. Die Düfte wurden weniger wahrgenommen, wenn die Musik nicht passte und umgekehrt mit passender Musik stärker und als angenehmer empfunden.

Quelle: http://scholarbank.nus.sg/bitstream/10635/140373/1/b21783937.pdf

Die Wahrnehmung mit dem Tastsinn kann durch Musik beeinflusst werden!

Insgesamt zeigen die Ergebnisse empirischer Experimente, dass Musik – wie sie auf Verkaufsflächen üblicherweise gespielt wird – die haptische Wahrnehmung von Konsumenten beeinflussen kann. ….In einer Reihe von vier Experimenten konnte gezeigt werden, dass weich klingende Musik im Gegensatz zu harter Musik zu einer Intensivierung der haptischen Weichheitswahrnehmung des gleichen Textil-Produktes führte.

Quelle

Was Musik als Marketinginstrument im Supermarkt bewirken kann.

Musik kann die Einkaufspräferenzen beeinflussen. In amerikanischen Supermärkten wurde untersucht, wie Konsumenten auf unterschiedliche Hintergrundmusik reagierten. Dabei wurde gezeigt, dass bei französischer Hintergrundmusik dreimal häufiger französische Weine gekauft wurden. Derselbe Effekt trat bei deutscher Musik auf. Bei deutscher Musik kauften die Konsumenten dreimal mehr deutsche Weine

Quelle: Scheier, Held, Wie Werbung wirkt (2007), S.17, Haufe

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